Fr 26.10.2018

22:00 Uhr

Optical Sounds


Soli Party für Betroffeneninitiativen Rechter Gewalt und Betroffene der Brandanschläge von Chemnitz im Spätsommer 2018
ILLMAGIC:
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https://www.facebook.com/illmagicsilorin/SPALAKSIS GATTSN:
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https://www.facebook.com/Spalaksis-Gattsn-227200254466229/THE MIGHTY POKI & THAI TAI KOKUS:
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https://soundcloud.com/somewhatlvio/sets/masilthai-mixesKdR#LICHTMASCHINE:
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~ https://www.youtube.com/watch?v=L1agCbIrlTw ~

Eintritt / Spendenvorschlag: 5-8€
26.10.2018 Café Wagner, Jena

Beginn: 22 Uhr

Jena, Frühjahr 2018:

Nach knapp zwei Jahren Abstinenz reift der Gedanke die OPTICAL SOUNDS Familie mal wieder für einen Abend mit viel Freude und Spaß zusammenzubringen, Freundschaft und die Liebe zu schönen, angenehmen Partys zu zelebrieren….Als Zeitpunkt ist der Monat der bunten Blätter angedacht, schließlich kommen nach den zerstreuten Wegen des Sommers dann wieder alle zusammen und haben viele Geschichten mitgebracht.

Mitteldeutschland, Sommer 2018:
Es ist ein Sommer, der uns alle wahrhaft lähmen lässt. Doch dies liegt nicht nur an der Hitze, die uns alles schwerfallen lässt und die offensichtliche Erkenntnis, dass die Menschheit auf eine globale Katastrophe volle Kanone selbstverschuldet zusteuert.
Es ist das politische Klima in unserer aufgehitzten Region, dass uns schockiert und lähmt. Bleiern schockiert selbst uns, die wir hier in den verschiedenen Ecken im südlichen Osten Deutschlands aufgewachsen sind, leben, wirken, abhängen, netzwerken, kreativ tätig, engagiert in verschiedenen politischen und kulturellen Zusammenhängen sind und damit auch verschiedenste, immer wieder sich politisch zuspitzende Phasen seit den 1990er Jahren miterlebt haben, was hier in diesem Sommer voller Hass, Blindheit, Angst vor dem Fremden und Neuen sich ereignet hat.
Alle uns betroffen und in solidarischen Gefühlen mit den Betroffenen rechter Gewalt machenden Fälle aufzuzählen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, aber die Massivität des ausgelebten Hasses und der dabei innewohnende Normalisierungszustand, den diese widerlichen Realitäten mittlerweile erreicht haben schockiert uns umso mehr. Hatte mensch soeben noch geglaubt, dass eine Abstumpfung drohe angesichts verschiedenener alltäglicher Widerlichkeiten im Umgang mit Menschen, die nicht dem Bild der Mehrgesellschaft entsprechen – sei es durch Gesetzgebungen, stumpfe rechtspopulistische Propaganda und eine davor einknickende Asylpolitik oder einfach nur das alltägliche Leben in dieser Region voller Xenophobie, Chauvinismus, Rassismus, Sexismus und wie sich nicht nur an den Brandanschlägen und Überfällen von Chemnitz in den jüngsten Wochen sich zeigt: Mittels heftigstem Antisemitismus und Feindseligkeit gegenüber Muslimen bzw. Menschen, denen diese Religionszugehörigkeit mittels Zuschreibung per gesichtlichem Erkennungsmerkmal (Bart, Kopftuch, dunkler Hautton) gegeben wird, ist tatsächlich ein neuer Level erreicht worden. Ja, tatsächlich diese mittelalterlichen Zustände sind en Vogue im Osten Deutschlands des Jahres 2018. Besser wird die Ganze Scheiße auch nicht, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass dies eingebettet in einen allgemeinen politischen Trend ist, der sich von Italien bis nach Polen komplett durch die politische Landkarte durchzieht.
Und so ging es gar nicht anders, dass auch wir über das „übliche Engagementmaß“ hinaus, uns in letzter Zeit vermehrt in einer Reaktionshaltung befunden haben. Und so wenig wir das auch wollen und sich von Nazis den eigenen Zeitplan (mit-) bestimmen zu lassen, definitiv keine Antwort auf die Probleme ist, so ist es doch aktuell und jetzt bitter nötig.

Doch einwas wollen wir definitiv nicht:

Auf das gelebte Leben des anderen Miteinander, des Spaßes am Leben, an der Freundschaft, am Exzess, am überschwenglichem, an der Freude am mitunter sinnlosen Quatsch wollen und können wir nicht verzichten. Niemals und erst recht nicht durch Nazis bestimmt. Auch und gerade um mit euch das Schöne, das Lebendige, den Moment zu zelebrieren und zu genießen. Denn es geht auch darum, sich nicht nur gegen den blinden Hass zu positionieren, sondern auch, wie wir das tun und selber unsere Zeit, die wir auf diesem Planeten in dieser traurigen dunkeldeutschen Ecke das Leben gestalten und dieses angenehm füllen.
Auch sind wir der festen Überzeugung, dass Partys auch dazu dienen können, dass Netzwerke und deren Akteuer*Innen sich weiter spinnen können, sich neue Leute einander kennenlernen und miteinander in Kontakt treten können. Es sei euch definitiv mitgegeben, nutzt diese und andere Partys, die engagierte Leute auf die Beine stellen nicht nur für euer Loslassen vom Alltag, nutzt sie auch, um diesen schöner gestalten zu können. Es liegt an uns die Zukunft positiv und mit gleichen Möglichkeiten, Rechten, Freiheiten und Chancen für alle zu gestalten und dies nicht nur für einen privilegierten Anteil davon. Wir brauchen von reaktionären Vollidioten nicht erwarten, dass sie uns dabei helfen, Rassismus, das Patriarchat, sexistische Gesellschaftsstrukturen, Homophobie und all den anderen beschissenen Dreck zu überwinden, wir müssen dies selber in die Hand nehmen. Eine Party kann und darf nicht den Anspruch haben gesellschaftliche Missstände zu überwinden, aber es kann im kleinen einen netten Wink und Fingerzeig geben, wie es auch anders aussehen könnte. Und wie bereits gesagt, sie kann Leute zusammenbringen und Netzwerke flechten lassen, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten.
Eigentlich war unsere Motivation, mal wieder einen verknipsten Abend mit schnellen, düsteren Techno zu gestalten und Optical Sounds typisch; Polylux Action, Kaleidoskope, Deko und Geometrie in ein skurilles potpuröses Miteinander zu setzen. Wir halten es aber aufgrund dessen, dass wir uns bewusst für eine Soli-Party zur Unterstützung von neonazistischer Gewalt entschieden haben, für besser, einige der sonst exzessiv im Overload-Modus gesetzten Dekoelemente ein bisschen mehr Low-Level zu halten und uns mehr auf den Fokus unserer damaligen Motivation zurück zu konzentrieren, warum wir ein Party-Netzwerk formierten. Geile Musik, die sonst im Clubleben unterrepräsentiert ist, einem Abend lang Raum zu geben und dazu ne geile, schöne und kleckernde Polylux/Overhead-Show mit witzigen Wirkungen von Physik und Chemie und absurden Farbtönen und -bewegungen.
Demzufolge haben wir uns auch dafür entschieden, musikalisch einen eigenen Weg für den Abend zu gehen. Uns geht es ein bisschen darum, euch über den Abend zu zeigen, dass da noch mehr als das Eine (in diesem Fall der weitverbreitete Irrglaube „Techno = Elektronische Tanzmusik“). Klar, Techno gehört dazu und auf ein furioses, treibendes, aerobisches, düsteres Ende in bester, flotter Optical Sounds Tech Edition Manier steuert der Abend hin, aber vorher wird es ein ebenso spannendes, euch unweigerlich zum Tanzen animierendes Programm geben:

ILLMAGIC ist nicht nur Teil der Optical Sounds Orga Crew und Bindeglied zu unserer Jenaer Location, dem Café Wagner, dass unsere Schrulligkeiten und witzigen Macken eben auch immer als solche wertschätzend (oder zumindest tolerant 😉 ) begriff und sich den absurdesten Partyideen immer wieder sehr offen zeigte in 5 Jahren Optical Sounds in Jena, nein ein Teil von ihm hat seine musikalische Liebe irgendwo zwischen Südwesteuropa und Lateinamerika gelassen. Dies hat auch dazu geführt, dass er sich den aktuellen, besonders auf der Iberischen Halbinsel angesagten und wachsenden, Sounds des „DUB-A-TRONIC“ begeistert widemet und dies zu einem Teil seiner Sets geworden ist. Zum Einstieg in den Abend konzentriert er sich auf dieses Spektrum der Fusión-Musik und lässt euch ordentlich gleich mit dem ersten Getränk in der Hand das Alltagssetting unweigerlich loslassen und die Hüften schwingen zu lassen. Rumba trifft Dubstep und hat‘n Date mit Reggaepunk und Elektro. ¡Hola y Arriba La Fiesta!

SPALAKSIS GATTSN sind nicht nur zwei wunderbar entspannte Dudes, sie machen auch wunderbar entspannte Jazzy Funky HipHop Sounds. Live werden die Beats in den MPC, der kein MPC, sondern so was ähnliches ist, gehauhen und wunderbar scharfsinnige, witzige, nachdenkliche und satirische Raps folgen obendrauf. Es freut uns mega euch gegen Mitternacht das dudige Duo direkt vom Bahnhof Jena West, von dem sie aus Erfurt kommend, auf die Bühne, die bei OPTICAL SOUNDS Abenden ja die eigentliche Tanzfläche im Saal ist, zu heben. Ach ne, is ja ni nötig, Bühne liegt ja eben 😉 Einmal jedoch in den charmanten Mix der chilligen Raps mit den jazzigen Beats versetzt, wird eine besondere Erdung in euch losgehen 🙂

THE MIGHTY POKI wird dabei auf dem Weg zum Erfurter Bahnhof ungefähr auf Höhe einer Mehlhose die Franz gehört vom Dude-Duo eingesammelt und wird erst wieder freigelassen, wenn er im Anschluss verspricht mit seinem langjährigen Partner in Crime THAI TAI KOKUS euch die Wobbeln, Höhen, Tiefen und Vertracktheiten der DUBSTEP und BASS MUSIC Soundsphären aufzuzeigen. Dubstep vermissen viele in jüngerer Zeit im Jenaer Partyleben, insbesondere die Frische, die der Sound zu Beginn dieses Jahrzehnts in die Clubwelt und auf elektronische Musikpartys brachte. Freut euch auf fette Stunden, die dieses unbekümmerte Gefühl euch zurück bringen. Welches Gefühl? Denkt einfach an Muskelkater im Knie, Ober- und Unterschenkeln und der Hüfte, die nur eine ordentliche Dosis DUBSTEP hervorrufen kann. Wir legen schon jetzt die Knieschoner besser heraus, denn wenn Samstag Mittag ist, kann sich wohl niemand mehr bücken, der sie nach einer langen Optical Sounds Nacht gerade bitter nötig brauchen wird!

TO.BE.ANNOUNCED ist nicht der neueste Schrei oder TopAct aus dem MenschAboutHainMaierBlankBerg, den ihr gerade verpasst habt, weil ihr lieber Vorlesungen besucht habt am Dienstag Vormittag, anstatt nach Berlin zu fahren. Nein, wir halten die Überraschung noch ein wenig bedeckt, bevor wir sie kurz vor der Party lüften werden. Aber es wird düster, fies, schnell, bitterböse. Kurz: Euch ein Lächeln herbeizaubernd, dass ne Weile anhält und euch ein bisschen besser gelaunt, durch die Grauen Momente des Alltags in der regionalen Tristesse tragen wird. Knieschoner braucht ihr Samstag Mittag, das Stirnband bereits zum Morgengrauen. Auch ein gutes Aerobic Outfit voller Elastizität und leuchtender Farben wird von Vorteil sein!

KdR#LICHTMASCHINE sind seit Anbeginn der Partyreihe das optische Gewissen der OPTICAL SOUNDS. Ja klingt doppelt. Ist es auch. Wenn ihr von Kraft durch Räude (ja das heißt KdR ausgeschrieben) hört, solltet ihr euch gleich mal mit dem „MODELL DER GLEICHZEITIGKEIT“ befassen. Da sind diese Menschen nämlich Erfinder*Innen und Profis sowie die innovatorischen Innovatorin*nen darin und davon. Ansonsten seien die Eckbegriffe Polylux bzw. im ehemaligen West-Sektor Overheadprojektor, Ölfarben, Sonnenblumenöl, Mülltüten, BlubbBlubb, SchwappSchwapp und lustige Sauerei genannt. Seid gespannt, wenn ihr diesen Quark noch nie erlebt habt und freut euch auf ein „Back-In-The-Good-Öl-Days“ Feeling, wenn ihr das Vergnügen schon mal hattet!

Was wir wollen dürfte ein wenig klarer sein. Kurz gefasst ist es einen schönen Abend inmitten vieler netter Leute mit einem kreativen künstlerischen Programm haben, bei dem sich Leute connecten, netzwerken und kennenlernen können, andere nach laaaaaanger Zeit mal endlich wiedersehen und auf alte und neue Zeiten anstoßen können und dabei noch was für Strukturen sammeln, die jeden Euro gerade gut und teuer gebrauchen können.

Was wir hingegen überhaupt NICHT wollen und brauchen können ist hingegen irgendwelche Scheisze, welche Rassismus, Sexismus, Mackerkaggä, Homophobie, Xenophobie, Klassismus oder irgendeinen anderen gesellschaftlichen Mist und ausgrenzendes Verhalten auf irgendeine erbärmliche Art reproduziert.

INFOS:


Eintritt: 5€ bis / 8€


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