So 09.06.2013

21:00 Uhr

LIVE on Stage: Sex Jams (SILUH RECORDS / NOISE APPEAL)


SexJams1_260Sex Jams sind einer der spannendsten Mosaiksteine des zeitgenössischen Wiener Undergrounds, der angelehnt an die junge Filmszene der 80er/90er Jahre – als „Slack-Pack“ firmiert.
März 2013 präsentiert die Band das Album „Trouble, Honey“. War ihr Sound bisher deutlich von Hardcore / Riot Grrrl geprägt, haben sie sich nun eines vergleichsweise poppigen Gewandes bedient: Blondie meets die fuzzigeren Momente von Dinosaur Jr. Ihre Live-Shows sind atemberaubende Erlebnisse, die dank der Omnipräsenz von Frontfrau Katie Trenk orgiastische Züge annehmen. Sex Jams – die Band an der man 2013 nur schwer vorbeikommt!
Ganz Wien ist hin hin hin und in in in, zur lebenswertesten Stadt der Welt für Manager & Co erkoren – und dennoch ein guter Ort, um traditionelle Ausdrucksformen mit druckvollen Schallwellen wegzublasen. Wien ist nicht mehr bloß Hort der Habsburger Narretei und der hochkulturellen Tradition für Touristen aus Japan, sondern für Gegenentwürfe mit verschmitzt lächelndem Stinkefinger. SEX JAMS sind (neben Killed By 9V Batteries, Ja Panik, Luise Pop, Mile Me Deaf, Plaided, A Thousand Fuegos)
SEX JAMS. TROUBLE, HONEY
einer der lautesten Bands, die bereits den Weg vom gefeierten Insidertipp raus aus der hermetisch abgeschlossenen Szene eingeschlagen und höhere Wellen geschlagen haben.
Nach fünf Jahren Bandgeschichte veröffentlichen SEX JAMS im März 2013 ihr zweites Studioalbum „Trouble, Honey“. Statt Sex gibt’s diesmal Trouble, statt Marmelade wird Honig aufs Brot und ums dreckige Maul geschmiert. SEX JAMS sind eine „gang without a leader“,
The Definition of Sex Jams
„Sex“: XXX
„Jam”: – a fruity preserve that usually goes on bread
– to get together with people to play music
– slang term for money, started in urban cities in the Midwest
– a party, hopefully with lots of free beer
die den Spagat zwischen postpubertärer Anti-Alles-Attitüde, cooler Skater-Ästhetik sowie deren smarter musikalischer Verarbeitung mit einem Tritt in den Schritt meistern. War ihr 2010 veröffentlichtes Debüt „Post Teenage Shine“ von Hardcore / Riot Grrrl-Wurzeln geprägt, hat sich die Band mittlerweile vergleichsweise poppiger Anleihen bedient. Die Gitarrenausbrüche sind zwar gezähmt, doch dafür der nicht minder mächtige Gesang von Frontfrau Katie Trenk in den Vordergrund gerückt. Und keine Angst: das Verzerrer-Pedal wird in den richtigen Momenten noch immer auf fünf nach zwölf gestellt.
Die Präzisierung des Sounds ist auch ein Verdienst des neuen Bandmitglieds Wolfgang Möstl, der in englischen Hipsterblogs hoch gelobt wird. The Line Of Best Fit schrieb vor Kurzem „Wolfgang Möstl is the genius you’ve never heard of. No matter how hip with the buzz-blogs you are, there’s a good chance the Austrian lo-fi noise-fuzz indiepop scene was missed, which is almost criminal“. Das umtriebige, europaweit geschätzte Whizz-Kid (u.a. Killed By 9V Batteries, Mile Me Deaf) ist bei den Aufnahmearbeiten zur Split-7“ mit dem deutschen Duo Les Trucs (Fettkakao Records) im Jahr 2010 zur Band gestoßen und seitdem festes Mitglied der SEX JAMS-Gang. Das Gang-Tattoo („Weed-Fox“) trägt Möstl bestimmt auch schon stolz auf seiner rechten Arschbacke: auf „Trouble, Honey“ harmonieren seine Gitarrenarrangements perfekt mit denen von Stammgitarrero Lukas Bauer und der wuchtigen Rhythmusfraktion. War „wPost Teenage Shine“ noch vergleichbar mit einem japanischen Hochgeschwindigkeitszug, befindet man sich mit „Trouble, Honey“ auf einer Achterbahnfahrt: Die Tiefen und Höhen des Lebens werden gleichermaßen zelebriert und ausgekostet, Twists and Turns als Teil einer abenteuerlichen Ordnung wahrgenommen. Dabei rast man vorbei an einer lässig zwinkernden Blondie, noch schmusenden Sonic Youth und Dinosaur Jr, bei denen Dale Crover (Melvins) die Peitsche vom Schlagzeug aus schwingt. Das farbenfroh drogentrippige Artwork von burnbjoern (ein spätes Echo des frühen Frank Koziks?) spiegelt den überdrehten Humor von SEX JAMS wider, der auch in den energiegeladenen, brachial-exzessiven Bühnenshows seinen Ausdruck findet. Dafür verantwortlich ist vor allem Katie Trenks einzigartige Ausstrahlung, die zwischen der sympathischen Schwester von Courtney Love und der rotzigen Tochter von Debbie Harry oszilliert, ohne eine der beiden abzuklatschen. Abgeklatscht wird nur innerhalb der Gang – und zwar so, dass man es hört. Wurscht, ob Jams oder Honey, Sex oder Trouble. Gehört doch alles zusammen…


Eintritt: ermäßigt 6€ / normal 8€


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